Warum sie der Schlüssel zu echter Zusammenarbeit ist?
Stell dir zwei völlig unterschiedliche Arbeitswelten vor...
In der heutigen Arbeitswelt wird viel über Innovation, Teamarbeit und Wachstum gesprochen. Doch was oft übersehen wird, ist die unsichtbare Grundlage, die all das überhaupt erst möglich macht: psychologische Sicherheit. Sie entscheidet darüber, ob Mitarbeitende sich trauen, ihre Meinung zu sagen, Fehler zuzugeben und gemeinsam zu lernen – oder ob sie in einer Kultur der Angst und Konkurrenz verharren.
Lass uns zwei Szenarien durchspielen, die zeigen, wie stark psychologische Sicherheit das Arbeitsklima beeinflusst.
Arbeitsplatz 1: Angst, Schweigen und Schuldzuweisungen
Stell dir einen Arbeitsplatz vor, an dem Hierarchien den Ton angeben. Vorgesetzten wird nicht widersprochen, Meetings verlaufen still und vorsichtig – denn jede kritische Äußerung könnte Spott, Ablehnung oder sogar Konsequenzen nach sich ziehen.
Informationen werden bewusst zurückgehalten, um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen. Wissen ist Macht – und wird deshalb nicht geteilt. Die Abteilungen arbeiten in Silos, statt miteinander. Wenn Fehler passieren, beginnt das große Versteckspiel: Schuld wird abgeschoben, Probleme vertuscht. Denn wer Verantwortung übernimmt, riskiert Gesichtsverlust oder mehr.
In diesem Umfeld erstickt Kreativität. Innovation bleibt aus. Und der Mensch, mit all seinen Ideen und Potenzialen, zieht sich zurück.
Arbeitsplatz 2: Vertrauen, Neugier und gemeinsames Lernen
Jetzt stell dir das Gegenteil vor: Ein Ort, an dem Informationen frei fließen – unabhängig von der Position im Organigramm. Wo Fragen nicht nur erlaubt, sondern gewünscht sind. Wo es in Ordnung ist, unfertige Gedanken zu teilen und neue Ideen zu testen, auch wenn sie noch nicht „perfekt“ sind.
„Es gibt keine dummen Fragen“ ist hier nicht nur ein Spruch, sondern gelebte Realität. Wenn jemand einen Fehler macht, wird er offen angesprochen – nicht um zu beschämen, sondern um daraus zu lernen. Denn jeder weiß: Nur wer offen über Probleme spricht, kann bessere Lösungen finden.
In so einem Klima entstehen Innovation, Kreativität und Zusammenarbeit ganz von selbst. Die Organisation lernt, wächst – und mit ihr jeder einzelne Mensch.
Was ist psychologische Sicherheit?
Der Begriff Psychologische Sicherheit wurde in den 1990er-Jahren von Amy Edmondson, Professorin an der Harvard Business School, geprägt. Sie beschreibt damit ein Klima, in dem Menschen offen sprechen, Risiken eingehen und Fragen stellen können – ohne Angst vor negativen Konsequenzen.
Psychologische Sicherheit ist keine Aufgabe von HR oder Führungskräften allein. Jeder in der Organisation kann und sollte dazu beitragen. Es beginnt im Kleinen: durch echtes Zuhören, durch Interesse an anderen Perspektiven und durch die Bereitschaft, Fehler nicht zu verurteilen, sondern als Lernchance zu begreifen.
Und du?
Was tust du, um ein Klima psychologischer Sicherheit in deinem Team oder deinem Unternehmen zu fördern?
- Stellst du Fragen, auch wenn sie unbequem sein könnten?
- Lässt du andere ausreden – auch wenn du anderer Meinung bist?
- Teilst du deine Fehler, damit andere daraus lernen können?
Psychologische Sicherheit ist der Nährboden für echte Zusammenarbeit. Für mutige Ideen. Für Veränderung.
Jessica Folkes
Geschäftsführerin
KICK OFF Management Consulting GmbH